Arbeitssicherheit beim Schweißen

Erfahren Sie mehr über den Arbeitsschutz, die 4 häufigsten Gefahren sowie Maßnahmen zur Unfallverhütung beim Schweißen.

Sicherheit beim Schweißen

Arbeitssicherheit: Wie kann man sich beim Schweißen schützen?

Schweißen ist eine gefährliche Tätigkeit, bei der jedes Jahr Millionen von Arbeitern Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. Die diesbezüglichen Sicherheitsmaßnahmen dienen deshalb vor allem dem Schutz der Arbeitnehmer. Die Sicherheit bei Schweißarbeiten kann durch eine angemessene Unterweisung zum Arbeitsschutz und eine entsprechende Betriebsanweisung, die regelmäßige Überprüfung von Schweißgeräten sowie die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften gewährleistet werden. Mit diesen Maßnahmen zur Unfallverhütung wird das Risiko von Unfällen und Verletzungen beim Schweißen deutlich reduziert.

Allgemeiner Arbeitsschutz: Was muss ich beim Schweißen beachten?

Die Sicherheitsmaßnahmen beim Schweißen hängen unter anderem von der Komplexität der jeweiligen Aufgabe und den Bedingungen am Arbeitsplatz ab. Im Allgemeinen sollten Schweißer jedoch jederzeit grundlegende Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und zur Unfallverhütung (Industriestandards) befolgen. Zu diesen gehören:

  • Tragen Sie durchgehend eine zugelassene Atemschutzmaske. Es sei denn, die Expositionsbewertung liegt unter den vorgeschriebenen Grenzwerten.
  • Überprüfung der Schweißausrüstung und des Elektrodenhalters bevor mit der Arbeit begonnen wird. Und zwar mit Hilfe von einem Prüfprotokoll für elektrische Anlagen.
  • Die Metallteile des Elektrodenhalters sollten niemals mit der bloßen Haut oder feuchter Kleidung in Berührung kommen.
  • Das Tragen von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) wie Schweißerhelm und Schutzbrille, um Augen und Kopf vor heißer Schlacke, Funken, intensivem Licht und chemischen Verbrennungen (Schweißer-Sonnenbrand) zu schützen.
  • Der Schweißer sollte nach Beendigung der Schweißarbeiten noch mindestens 30 Minuten im Arbeitsbereich bleiben, um sicherzustellen, dass es zu keinen Schwelbränden kommt.

Welche Gefahren bestehen beim Schweißen?

Die vier häufigsten Gefahren für die Sicherheit beim Schweißen.: Gase, mechanische Verletzungen, Stromschlag und Brände.

Gefahren für die Sicherheit beim Schweißen | SafetyCulture

Um die Sicherheit beim Schweißen sicherzustellen, ist es wichtig Gefahren schon zu erkennen, noch bevor mit der Arbeit begonnen wird. Auf diese Art und Weise wird von Beginn an eine sichere Arbeitsumgebung geschaffen. Zu den 4 häufigsten Gesundheits- und Sicherheitsrisiken bei Schweißarbeiten gehören:

  • Exposition gegenüber Dämpfen und Gasen

    Eine übermäßige Exposition gegenüber Schweißdämpfen und -gasen kann zu schweren Gesundheitsschäden wie Atemwegserkrankungen, Krebs sowie Sprach- und Bewegungsstörungen führen. Die Exposition gegenüber Dämpfen und Gasen kann durch Einhaltung der folgenden Sicherheitsvorkehrungen verhindert werden.

  • Mechanische Verletzungen

    Solche umfassen Verbrennungen, Augenschäden, Schnittwunden sowie gequetschte Zehen und Finger. Mit der entsprechenden persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen können sich Ihre Arbeitnehmer jedoch leicht vor solcherart Verletzungen schützen.

  • Stromschlag

    Kann man beim Schweißen einen Stromschlag kriegen? Ja, man kann! Ein Stromschlag ist die unmittelbarste und schwerwiegendste Gefahr für jeden Schweißer. Die plötzliche Entladung von Elektrizität in den menschlichen Körper kann zu schweren Verletzungen und sogar zum Tod führen. Minimieren Sie deshalb das Risiko eines Stromschlags beim Schweißen durch diese grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen .

  • Brände und Explosionen

    Entflammbare Materialien in der Nähe des Arbeitsbereichs sind eine häufige Brandursache beim Schweißen. Dies kann verhindert werden, indem der Bereich vor dem Arbeitsbeginn aufgeräumt und gereinigt wird. Ordnung und Sauberkeit in Kombination mit weiteren Maßnahmen zur Brandverhütung beim Schweißen schützt sowohl Arbeiter als auch die Betriebsstätte vor schwerwiegenden Zwischenfällen.

Sicherheitsmaßnahmen beim Schweißen

Treffen Sie Vorkehrungen, um Zwischenfälle, Verletzungen oder gar Todesfälle zu vermeiden. Führen Sie vor Arbeitsbeginn eine Gefährdungsbeurteilung (Risikobewertung) durch, um Risiken zu minimieren und die Arbeitssicherheit beim Schweißen hoch zu halten. Beachten Sie dabei die folgenden Sicherheitsmaßnahmen:

  • Sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung und lokale Absaugung, um Dämpfe und Gase aus dem Arbeitsbereich zu entfernen.
  • Falls Sie sich nicht ausreichend sicher bei der Ausführung der Schweißarbeiten fühlen, melden Sie Ihre Bedenken umgehend einem Vorgesetzten.
  • Feuerfeste und antistatische Arbeitskleidung, Handschutz (Schweißerhandschuhe), Schürzen und Stiefel schützen vor Hitze, Feuer, Stromschlag und Verbrennungen. Beachten Sie, dass die flammhemmende Ausrüstung bei wiederholtem Waschen an Wirksamkeit verliert. Hosenbeine dürfen keine Stulpen haben und müssen die Oberseite der Stiefel bedecken. Manschettenknöpfe können Funken anziehen.
  • Ohrenschützer und Gehörschutzstöpsel schützen vor (Langzeit)schäden durch Lärm.
  • Wenden Sie das Lockout-Tagout-Verfahren (Wartungssicherung) bei der Durchführung von Reparaturen und Wartungsarbeiten an Ausrüstung und Gerätschaften an. Zusätzlich sollten nur gut ausgebildete Techniker Schweißgeräte warten und reparieren.
  • Halten Sie einen geeigneten und gut gewarteten Feuerlöscher der Klasse ABC bereit. Vergewissern Sie sich regelmäßig, dass dieser voll ist. Falls kein Feuerlöscher zur Verfügung stehen sollte, muss zumindest Zugang zu Löschschläuchen, Sandeimern oder anderen Einrichtungen zur Brandbekämpfung gegeben sein.
  • Wenn Sie in einem Umkreis von 10 Metern von brennbaren Materialien schweißen, legen Sie ein Stück Blech oder eine feuerfeste Decke über dieses. Beauftragen Sie zusätzlich einen Kollegen als Brandwächter, damit dieser die Funken im Auge behält.

Beachten Sie außerdem jederzeit die folgenden 10 Regeln für Arbeitssicherheit beim Schweißen

Die OSHA hat in 29 CFR 1910 Subpart Q spezifische Anforderungen für das Schweißen, Schneiden und Löten festgelegt. Auch wenn deren Umsetzung vom jeweiligen Kontext des Unternehmens abhängt, sollten Sie sich dennoch überlegen, diese bei der Ausführung von Schweißarbeiten zu berücksichtigen, um die Sicherheit zu erhöhen.

10 Regeln für Arbeitssicherheit beim Schweißen

1. Durchführung an einem für solche Arbeiten vorgesehenen und sicheren Arbeitsplatz

Überprüfen Sie vor dem Arbeitsbeginn die Arbeitsumgebung, um sich zu vergewissern, dass sich in der Nähe des Schweißbereichs keine brennbaren Geräte oder Materialien befinden. Der Sicherheitsabstand zum Schweißbereich beträgt 10 Meter. Wenn das zu bearbeitende Objekt nicht ohne weiteres bewegt werden kann, entfernen Sie bewegliche Feuergefahren aus dem Schweißbereich.

2. Reduzieren Sie die Brandgefahren

Falls nicht alle potentiellen Brandquellen beseitigt werden können, sollten geeignete Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, um die verbleibenden abzudecken sowie Hitze, Funken und heiße Schlacken, die beim Schweißen entstehen, zu begrenzen.

3. Seien Sie sich jederzeit der Risiken bewusst

Beim Schweißen treten verschiedene gesundheitsgefährdende Risiken auf (z. B. Exposition gegenüber Rauch und UV-Strahlung). Diese variieren je nach Arbeitsbereich, daher wird empfohlen, vor Beginn der Arbeiten immer eine Risikobewertung durchzuführen. Dies hilft bei der Einrichtung von Kontrollen zur Beherrschung oder Beseitigung von Gefahrenquellen. Ohne vorhergehende Gefahrenanalyse sollten keine Schweiß- und Schneidarbeiten durchgeführt werden.

4. Achten Sie auf die richtige Ausrüstung und deren Anordnung

Schweißer und Helfer, die auf Plattformen, Gerüsten oder Laufstegen arbeiten, müssen durch Geländer, Sicherheitsgurte, Rettungsleinen oder andere ebenso wirksame Sicherheitsvorkehrungen gegen Absturz gesichert sein. Platzieren Sie Schweißkabel und andere Ausrüstungsgegenstände derart, dass sie sich nicht in der Nähe von Gängen, Leitern und Treppen befinden.

5. Schützen Sie sich mit der richtigen PSA für die Arbeitssicherheit beim Schweißen

Einige Beispiele für persönliche Schutzausrüstung, die Schweißer tragen sollten, sind:

  • Langärmelige Hemden,
  • Lange Hosen ohne Bündchen,
  • Schweißerhelm oder Schweißerbrille,
  • Atemschutzmasken,
  • Ohrenschützer/Stöpsel,
  • Stiefel und Handschuhe.

6. Achten Sie auf ausreichende Belüftung

Ein weiteres Mittel zur Verhinderung von Unfällen und dem Schutz der Arbeiter ist eine angemessene Belüftung. Diese dient in erster Linie dazu, Verunreinigungen aus dem Arbeitsbereich zu entfernen, die Ansammlung von entflammbaren und brennbaren Gasen oder Dämpfen zu verhindern sowie zu sauerstoffreiche oder -arme Atmosphären zu vermeiden.

7. Schützen Sie sich vor den entstehenden Dämpfen und Gasen

Absaug- und Belüftungssysteme sind vorzusehen und so einzurichten, dass die Menge an giftigen Dämpfen, Gasen oder Stäuben unter der maximal zulässigen Konzentration verbleibt. Erforderlichenfalls sollten die Schweißer eine Atemschutzmaske tragen, um sich vor dem Einatmen schädlicher Stoffe zu schützen.

8. Schutz unbeteiligter Arbeiter

Nach der Beendigung der Schweißarbeiten muss der Schweißer das heiße Metall kennzeichnen oder andere Mittel zur Warnung unbeteiligter Arbeiter bereitstellen.

9. Lesen Sie die Sicherheitsunterlagen und -datenblätter aufmerksam durch

Stellen Sie sicher außerdem sicher, dass jeder Mitarbeiter Zugang zu diesen hat und entsprechend geschult wird, wenn neue Geräte und Arbeitstechniken eingeführt werden.

10. Setzen Sie die entsprechenden Sicherheitsverfahren rigoros durch

Nehmen Sie sich selbst und Ihre Mitarbeiter in die Pflicht, wenn es um die Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien geht. Melden Sie konsequent jeden Sicherheitsverstoß – in Ihrem eigenen Interesse sowie im Interesse derjenigen, mit denen Sie Ihren Arbeitsplatz teilen.

 

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