Gefahren am Arbeitsplatz

Alles über die verschiedenen Gefahrenquellen (inklusive Beispiele) am Arbeitsplatz und deren Ermittlung. Garantieren Sie die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit Ihrer Mitarbeiter mit einer umfassenden Risikobewertung.

Published 28 Jul 2022

Was sind Gefahren am Arbeitsplatz?

Dabei kann es sich um Maschinen, Werkzeuge, Substanzen oder Tätigkeiten handeln, die unter bestimmten Umständen zu Sach- und Personenschäden führen können. Solche Gefahrenquellen stellen gleichermaßen ein Risiko für die Sicherheit von Mitarbeitern als auch der Betriebsstätte dar. Zur Ermittlung der Gefahren am Arbeitsplatz sollten Sie deshalb regelmäßig eine Risikobewertung durchführen, um mögliche Bedrohungen zu beseitigen und den Schutz von Gesundheit und Einrichtung sicher zu stellen.

Welche Gefährdungen gibt es am Arbeitsplatz: Die 6 häufigsten

Gefahren am Arbeitsplatz werden oft aus dem einfachen Grund übersehen, dass Unternehmen und Mitarbeiter sich ihrer nicht bewusst sind. Das Bewusstsein über diese trägt deshalb schon dazu bei, die Wahrscheinlichkeit von Zwischenfällen und Unfällen zu verringern. Laut der DGUV gehören zu den häufigsten Gefahren am Arbeitsplatz:

Die 6 häufigsten Gefahren am Arbeitsplatz

Die 6 häufigsten Gefahren am Arbeitsplatz

Fehlende Sicherheitsmaßnahmen

Das Nichtbeachten von Sicherheitsrisiken ist die häufigste Art von Gefährdungen. Hierzu gehören ebenso unsichere Arbeitsweisen, die in weiterer Folge zu Verletzungen, Erkrankungen oder gar dem Tod von Mitarbeitern führen können. Unterschätzen sie deshalb nie die potentiellen Gefahrenquellen am Arbeitsplatz. Hier finden sind Sie die wichtigsten allgemeinen Sicherheitsgefährdungen:

  • Verschüttete Flüssigkeiten auf dem Boden oder Stolperfallen wie blockierte Gehwege und quer über den Boden verlaufende Kabel.
  • Arbeiten in großer Höhe, einschließlich Tätigkeiten auf Leitern, Gerüsten, Dächern oder anderen erhöhten Arbeitsbereichen.
  • Ungeschützte Maschinen und bewegliche Maschinenteile: Entweder durch entfernte Schutzeinrichtungen oder nicht abgedeckte bewegliche Teile.
  • Elektrische Gefährdungen wie ausgefranste Kabel, fehlende Erdungsstifte oder unsachgemäße Verkabelung.
  • Arbeiten auf engem Raum.
  • Maschinenbedingte Gefahren (fehlende Verriegelung oder Verwendung von Gabelstaplern usw.).

Biologische Gefahren am Arbeitsplatz

Biologische Gefahren im Zusammenhang mit der Arbeit mit Tieren, Menschen oder pflanzlichem Material. Zu den am meisten gefährdeten Arbeitnehmern gehören diejenigen, die in Schulen, Kindertagesstätten, Hochschulen und Universitäten, Krankenhäusern, Laboratorien, Rettungsdiensten, Pflegeheimen und im Freien arbeiten. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Beispiele von biologischen Gefahren, denen Arbeitnehmer ausgesetzt sein können:

  • Blut und andere Körperflüssigkeiten,
  • Pilze wie Schimmel,
  • Bakterien und Viren,
  • Insektenstiche
  • und tierische Ausscheidungen.

Chemische Risiken für die Sicherheit

Ein solches liegt dann vor, wenn ein Mitarbeiter einer chemischen Substanz (fest, flüssig oder gasförmig) ausgesetzt ist. Auch Chemikalien, die für die meisten ungefährlich sind, können bei empfindlichen Personen Erkrankungen, Hautreizungen oder Atemprobleme verursachen. Seien Sie sich deshalb stets den folgenden chemischen Gefahren am Arbeitsplatz bewusst:

  • Flüssigkeiten wie Reinigungsmittel, Farben, Säuren, Lösungsmittel: Insbesondere, falls sich diese in einem nicht gekennzeichneten Behälter befinden.
  • Dämpfe und Rauch, die beim Schweißen oder beim Kontakt mit Lösungsmitteln entstehen.
  • Gase wie Acetylen, Propan, Kohlenmonoxid und Helium.
  • Entflammbare Materialien wie Benzin, Lösungsmittel und explosive Chemikalien.
  • Pestizide.

Hier finden Sie eine kostenlose Checkliste für die Betriebsanweisung zu Gefahrstoffen.

Ergonomische Gefahren für Gesundheit und Sicherheit

Solche entstehen, wenn die Art der Arbeit, Körperhaltung oder Arbeitsbedingungen den Körper übermäßig belasten. Diese sind am schwersten zu erkennen, da man Belastungen für den Körper und die Schäden, welche diese mit sich bringen, nicht immer sofort bemerkt.

Kurzfristige Exposition kann lediglich zu „Muskelkater“ am nächsten Tag oder den nächsten Tagen führen. Während das Ergebnis von langfristiger Belastungsschäden an Skelett, Muskulatur, Gelenken und Bändern sind. Zu den ergonomischen Gefahren für Gesundheit und Sicherheit gehören die folgenden:

  • Unsachgemäß eingestellte Sitzmöglichkeiten, Geräte und Maschinen.
  • Häufiges (falsches) Heben.
  • Schlechte Körperhaltung.
  • Unbeholfene Bewegungen, insbesondere wenn sie sich wiederholen.
  • Repetitive Bewegungen.
  • Zu große Anstrengungen und Aufwenden von Kräften.
  • Vibrationen über längere Zeiträume.

Schlechte Organisation

Ein schlechtes Management bzw. mangelhafte Prozessstrukturen sind Stressfaktoren, die bei Mitarbeitern Spannungen, Ängste und psychische Belastungen hervorrufen. Diese können sich kurzfristig (Stress) oder langfristig (psychische Belastung) bemerkbar machen und gehen mit Folgeproblemen wie fehlender Motivation, mangelhafter Arbeitsleistung und/oder Respekt für Vorgesetzte sowie Unternehmen einher. Überprüfen Sie deshalb regelmäßig:

  • Die Arbeitsbelastung (Arbeitsintensität und -tempo).
  • Die Umgangsformen (Respektvolle Kommunikation ohne verbale Gewalt).
  • Flexibilität, Steuerungsmöglichkeiten und Mitspracherecht der Mitarbeiter.
  • Soziale Betreuung und Unterstützung.
  • Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung.

Mechanische Gefahrenquellen am Arbeitsplatz

Dabei handelt es sich um physikalische Kräfte, die eine Gefahr für die Gesundheit der Mitarbeiter oder die Sicherheit der Betriebsstätte darstellen können. Zu diesen gehören:

  • Strahlung: Sowohl ionisierende als auch nicht-ionisierende (EMF, Mikrowellen, Radiowellen usw.) – erfahren Sie hier mehr zum Thema Strahlenschutz.
  • Andauernde Exposition gegenüber Sonnenlicht (ultraviolette Strahlen).
  • Temperaturextreme: Hitze und Kälte.
  • Lärm.

Arbeitgeber, Vorgesetzte und Sicherheitsbeauftragte können all diese Risiken am Arbeitsplatz verringern, indem sie angemessene Sicherheitsprotokolle und Verfahren zur Gefahrenerkennung einführen – sowie vor allem regelmäßige Risikobewertungen und Sicherheitsunterweisungen durchführen.

Ermittlung der Gefahren am Arbeitsplatz

Die Gefährdungsermittlung ist ein Verfahren zur Risikobewertung, das darauf abzielt, Risiken zu ermitteln und zu evaluieren, um die Sicherheit der Arbeitnehmer und der Betriebsstätte gleichermaßen zu gewährleisten. In der Regel wird eine solche durchgeführt:

  • Bei der Einführung von neuen Verfahren, Geräten und/oder Maschinen in die Standardarbeitsanweisung (SOP).
  • Vor dem Beginn jeder Schicht.
  • Bei internen genauso wie externen Inspektionen.
  • Nach Zwischenfällen – unabhängig davon, ob es dabei zu Schäden an Personen und / oder Objekten gekommen war.

Vorteile der frühzeitigen Gefahrenerkennung

Es liegt in der Verantwortung des Arbeitgebers, seine Mitarbeiter über die Gefahren am Arbeitsplatz aufzuklären und hinsichtlich deren Vermeidung zu schulen. Ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld ist nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für das Unternehmen von größter Bedeutung.

Die frühzeitige Erkennung von Gefahrenquellen und die Umsetzung von Sicherheitspraktiken hilft Ihnen nicht nur dabei die gesteckten Ziele zuverlässig zu erreichen, sondern ebenso:

  • Verletzungen und Krankheiten von Mitarbeitern zu verhindern.
  • Die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften zu verbessern.
  • Unerwartete Schäden – und als deren Folge teure Reparaturen – zu vermeiden.
  • Das Engagement, die Produktivität und die Effizienz der Mitarbeiter zu verbessern.
  • Sowie den Geschäftsbetrieb insgesamt zu fördern.

Wie können Sie Gefahren am Arbeitsplatz feststellen

Werden Unfallgefahren nicht rechtzeitig erkannt, kann dies zu schweren Zwischenfällen führen. Alle Sicherheits- und Gesundheitsprogramme müssen Gefährdungen deshalb konsequent ermitteln und bewerten, um die Sicherheit und den Schutz aller Mitarbeiter vor Gefahren zu gewährleisten.

Ein Verfahren zur Risikoermittlung wird in der Regel in Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern erstellt sowie durchgeführt. Ein schrittweises Vorgehen könnte dabei wie folgt aussehen:

  1. Sammeln Sie Informationen über bestehende Gefahren, die wahrscheinlich am Arbeitsplatz vorhanden sind. Nachfolgend finden Sie ein Beispiel für eine Gefahrenermittlung, das Ihnen als Vorlage dienen soll.
  2. Führen Sie regelmäßige Arbeitsplatzbegehungen zur Ermittlung neuer Gefahren durch – z.B. in Form eines Gemba-Walks.
  3. Prüfen Sie Unfälle und Beinaheunfälle, um deren Ursachen weiter zu untersuchen. Hier finden Sie kostenlose Vorlagen für Berichte zu Unfällen und Zwischenfällen.
  4. Identifizierung von Trends bei allen erfassten und Gefahren, Vorfällen und Erkrankungen sowie Verletzungen von Mitarbeitern. Berücksichtigen Sie dabei auch die Gefahren, die bei nicht-routinemäßigen Arbeiten auftreten.
  5. Bestimmen Sie den Risikograd, die Bedeutung und die Häufigkeit der vorhanden Risiken, um zu evaluieren, welche von diesen vorrangig behandelt werden müssen. Kostenlose Vorlagen zur Risikobewertung herunterladen.

Ein digitales Tool zur Ermittlung von Gefahren am Arbeitsplatz

Bei einer herkömmlichen Gefährdungsbeurteilung müssen zahlreiche Formulare, Stifte und eine Kamera mitgeführt werden, um die vorliegenden Risiken manuell zu dokumentieren. Dieser Prozess beinhaltet ebenso eine manuelle Zusammenstellung der gesammelten Daten, die mühsam und fehleranfällig ist. Diese Schwierigkeiten können mit iAuditor von SafetyCulture, der weltweit führenden Inspektionssoftware, leicht vermieden werden.

Mit iAuditor können Sie schnell und präzise Gefährdungsbeurteilungen auf jeglichem Mobilgerät durchführen. Eine In-App-Erfassung von erkannten Gefahren inklusive Zuweisung von Korrekturmaßnahmen an die zuständigen Mitarbeiter strafft den Prozess zusätzlich, um Probleme sofort anzugehen – und vor allem auch zuverlässig zu beseitigen.